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Mit der Bimmelbahn zum Wolltastisch? Warum eigentlich nicht!

Wer ein Wollfestival plant, beschäftigt sich mit Wolle, Ausstellern und Workshops. Dachte ich zumindest mal. Inzwischen beschäftige ich mich mit Parkplätzen, Naturschutz, 15 Prozent Gefälle – und einer Bimmelbahn.

Illustration: eine komplett aus bunter Wolle gehäkelte Bimmelbahn voller Fahrgäste fährt auf einem Waldweg an Festivalzelten vorbei, am Steuer eine lachende Frau.
So könnte es aussehen – eine mit KI erstellte Illustration der Idee. Ob die Bimmelbahn wirklich fährt, ist noch offen.

Wer ein Wollfestival plant, beschäftigt sich mit Wolle, Ausstellern, Workshops und einem schönen Rahmenprogramm. Dachte ich zumindest mal. Inzwischen beschäftige ich mich mit Parkplätzen, Zufahrten, Straßensperrungen, Naturschutz, Verkehrsführung, Gefälle und neuerdings sogar mit Bimmelbahnen. Man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.

Warum das Ganze? Weil mir ein Punkt beim Wolltastisch besonders wichtig ist: Das Festival soll für möglichst viele Menschen gut erreichbar sein – auch für diejenigen, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind.

Die Staigwaldhalle liegt wunderschön am Waldrand oberhalb von Warmbronn. Genau diese Lage macht einen Teil ihres besonderen Charmes aus. Sie hat allerdings einen kleinen Haken: Es geht bergauf. Und bergauf ist bekanntlich eine sehr persönliche Angelegenheit. Was für den einen ein gemütlicher Fünf-Minuten-Spaziergang ist, kann für den anderen schon eine echte Herausforderung sein.

Ich kenne meine Gäste. Viele sind in einem Alter, in dem man zwar noch problemlos stundenlang Wolle anschauen, fühlen, kaufen und anschließend die halbe Nacht stricken kann – aber einen Berg hochlaufen? Muss man nicht unbedingt haben.

Deshalb gehört Barrierefreiheit für mich nicht nur in die Halle. Sie beginnt schon bei der Frage: Wie kommen meine Besucher möglichst bequem vom Auto zum Wolltastisch?

Die Parkplatzsituation lichtet sich inzwischen langsam. Geparkt werden soll entlang der Lämmlestraße in Warmbronn – vom Bereich des Friedhofs, am wunderschönen Warmbronner See vorbei bis zur Wendeplatte im Wald. Dort befindet sich außerdem eine Zufahrt zum Alten Sportplatz. Diesen würde ich sehr gerne als zusätzliche Parkfläche nutzen. Ob das möglich sein wird, muss allerdings noch von der Stadt genehmigt werden. Ihr seht: Ohne Genehmigungen läuft bei einem Festival ungefähr so viel wie beim Stricken ohne Nadeln.

Ursprünglich hatte ich Parkflächen oberhalb der Halle entlang der Landstraße im Blick. Von dort sollte ein Shuttlebus die Besucher zur Staigwaldhalle bringen. Diese Flächen können aus Naturschutzgründen jedoch nicht als Parkplätze genehmigt werden.

Also: Plan ändern. Kann ich inzwischen.

Und während ich mir die neue Strecke so angeschaut habe, kam mir ein Gedanke. Ein Bus? Oder vielleicht doch etwas ganz anderes?

Wie wäre es mit einer Bimmelbahn?

Ja. Ihr habt richtig gelesen. Eine Bimmelbahn.

Und jetzt ist das Ding in meinem Kopf. Da sitzt es ziemlich hartnäckig und bimmelt vor sich hin.

Wenn es technisch und behördlich machbar ist, könnte die erste Haltestelle am Friedhof liegen. Von dort würde die Bahn die Lämmlestraße entlangfahren, vorbei an den parkenden Autos und am Warmbronner See bis zur Wendeplatte im Wald. Dort könnte die zweite Haltestelle entstehen und eventuell auch die Besucher vom Alten Sportplatz aufnehmen.

Anschließend ginge es weiter an den Tennisanlagen vorbei, direkt am Festplatz entlang und schließlich bis vor den Haupteingang der Staigwaldhalle.

Einsteigen, ein bisschen durch Warmbronn bimmeln, aussteigen – Wolltastisch!

Und dann beginnt die nächste Runde.

Auf dem Papier gefällt mir diese Idee ausgesprochen gut. In der Realität gibt es allerdings noch ein klitzekleines Detail namens 15 Prozent Gefälle.

Nun bin ich zwar inzwischen Veranstalterin, Parkplatzplanerin und Hobby-Verkehrsmanagerin, aber noch keine Bimmelbahn-Ingenieurin. Deshalb muss zunächst geklärt werden, ob ein solches Fahrzeug diese Strecke technisch überhaupt sicher bewältigen kann. Und selbst wenn die Technik sagt „Jawoll, machen wir“, müssen natürlich noch die entsprechenden Genehmigungen eingeholt werden.

Die Bimmelbahn ist deshalb im Moment genau das: eine Idee. Noch kein Versprechen, keine beschlossene Sache und schon gar kein fertiger Fahrplan.

Aber eine Idee, die ich unbedingt weiterverfolgen möchte.

Natürlich könnte ich auch sagen: Es gibt Parkplätze, die Halle steht oben, irgendwie werden die Leute schon hinkommen.

Aber genau das möchte ich nicht.

Ich möchte nicht, dass jemand voller Vorfreude zum Wolltastisch kommt und bereits völlig erledigt an der Halle ankommt. Ich möchte nicht, dass Menschen auf einen Besuch verzichten, weil sie sich den Weg vom Parkplatz körperlich nicht zutrauen. Und ich möchte auch nicht, dass Barrierefreiheit bei mir erst an der Eingangstür beginnt.

Das Wolltastisch soll ein Festival sein, bei dem sich Menschen willkommen fühlen.

Und wenn dazu am Ende eine kleine Bimmelbahn durch Warmbronn fährt, am See vorbeibimmelt, unterwegs strickbegeisterte Menschen einsammelt und sie direkt vor der Staigwaldhalle wieder ausspuckt – dann wäre das doch irgendwie ziemlich genial.

Ganz nebenbei hätte ich dann vermutlich das einzige Wollfestival, bei dem schon die Anreise ein Programmpunkt ist.

Ob es klappt?

Keine Ahnung.

Aber meine Fühler sind ausgestreckt. Und wer mich kennt, weiß:

Wenn ich erst einmal meine Fühler ausgestreckt habe, ziehe ich sie nicht so schnell wieder ein.